Dienstag, 10. März 2015

Griechisches Bubenstück. Von Orlandis Vopoulos




Ach, was muss man oft von bösen
Griechen hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Vaks und Tsipras hießen.
Ja, zur Übeltätigkeit
waren sie nur zu bereit.
Bald schon nach gewonn'ner Wahl
wurden Brüssel sie zur Qual.
Seht, da ist der Lehrer Schäubel,
grimmig wünscht er sie zum Deubel.
Seines Lebens schönster Traum
ist der große Euroraum.
Sehr viel Geld hat er verliehen,
mancher hat es ihm verziehen,
denn der Schäubel hat versprochen
(oft hat er sein Wort gebrochen),
dieses Geld, das kommt zurück,
Beistand bringt Europa Glück.
Schäubel will die Griechen lehren,
ihren Wohlstand zu vermehren.
Vaks und Sapritz, diese beiden,
können das nun gar nicht leiden.
Griechenland ist doch bankrott!
Drum sie schmieden ein Komplott.
Ihre Schulden woll'n sie streichen,
lässt sich Schäubel nicht erweichen,
immer mehr Kredit zu geben.
So verdrießt man ihm das Leben.
Schäubel sitzt jetzt in der Klemme:
soll er Held sein oder Memme?
Zahlt er nicht, wird offenbar,
dass sein Kurs der falsche war.
Viele Bürger fragen nun:
was ist hier jetzt wohl zu tun?
Der Minister sollte gehen,
denn er kann nicht widerstehn.
Vaks und Tsipras tun ihn jagen,
"Nein" kann nur ein Neuer sagen.

Und die Moral von der Geschicht:
Versprich den Leuten Falsches nicht.


Orlandis Vopoulos

Der Dichter lehrt seit 1984 Volkswirtschaftslehre und Politische Ökonomie an der Universität Mannheim und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. 

1 Kommentar:

  1. Sehr gut, danke, ich habe sehr gelacht.
    Allerdings ist ein kleiner Fehler drin. In Zeile 21 wird Tsipras plötzlich zu "Sapritz".

    AntwortenLöschen