Mittwoch, 3. September 2014

Wer ist Kristalina Georgieva? Die Mitglieder der neuen EU-Kommission. Von Nora Hesse

Wie wird die neue EU-Kommission aussehen? Wir wissen es noch nicht ganz genau. Einige Namen sind schon gefallen, Ressorts werden noch hart umkämpft. Eines scheint aber klar zu sein: Martin Schulz will noch mehr EU-Kommissarinnen sehen. Es sollte auf die Qualität ankommen, nicht auf die Menge, denke ich (aber ich bin nicht Martin Schulz). 

Hier ist eine Frau, die sehr viel Erfahrung und Kompetenz mitbringt und auf keinen Fall eine Quotenfrau ist – die zukünftige (und gegenwärtige) EU-Kommissarin aus Bulgarien. Sie hat eine hervorragende Leistung in der Kommission Barroso erbracht und wird aus diesem Grund vielleicht ein sehr wichtiges Ressort in der Kommission Juncker bekommen: EU-Haushalt.
Foto: Europäische Kommission
Steckbrief

Name: Kristalina Georgieva

Land: Bulgarien

Partei: GERB / EVP


Laut bulgarischen Medien könnte sie sogar Vizepräsidentin der Kommission Juncker werden.

Seit 2010: EU-Kommissarin für Internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion

1993-2010: World Bank Group, letzte Position: Vizepräsidentin und Corporate Secretary (2008-2010); davor Direktorin für Umweltstrategie, -politik und -finanzierung bei der Weltbank

Bis 1992: Beraterin; Gastprofessorin an Universität der Südpazifik, Fiji und an der Australian National University; Forschungsstipendiatin an der London School of Economics and Political Science; Forschungsassistentin an der Universität für Welt- und Nationalwirtschaft in Sofia, Bulgarien

Dr. rer. Pol. in Economics von der Universität für Welt- und Nationalwirtschaft 

M.A. Politische Ökonomie und Soziologie von der Universität für Welt- und Nationalwirtschaft in Sofia, Bulgarien

Erfahrung in dem neuen Job

Als EU-Kommissarin und als Direktorin bei der Weltbank hat sie viel Erfahrung in Budgetmanagement gesammelt. (Als Beispiel: Im Jahr 2012 hat die EU humanitäre Hilfe und Katastrophenschutzmittel in Höhe von 1,34 Milliarden Euro aufgebracht, die über 122 Millionen Menschen in über 90 Ländern zu Hilfe kamen.)

Zitat: „In my work, efficiency means primarily making sure that the funding at our disposal is used in the best possible way … But we also have an obligation – to our citizens, to their representatives at the European Parliament, to EU governments – to show what we are doing with their money and how we are translating their solidarity into results …”

Reformwilligkeit / -fähigkeit:

Ihre Position bezüglich Reformen der EU ist unklar. In einigen Interviews und Gesprächen aber ermutigt sie ihre Landsleute in Bulgarien, notwendige Strukturreformen durchzuführen, um Bulgariens Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Bemerkenswertes:

2010 wurde Georgieva „EU-Kommissarin des Jahres“ und „Europäerin des Jahres“ der Online-Ausgabe von  European Voice.

Vor den Parlamentswahlen in Bulgarien 2009 kam Georgieva als potenzielle Premierministerin Bulgariens ins Gespräch (Partei: GERB). Der Posten wurde später von Boyko Borissow besetzt.

Kommentare:

  1. Good to see finally someone who would be a properly qualified candidate for the function (unlike the main appointments we have seen until now).
    Like the systematic listing of points. Makes it a lot easier to to oversee the issue.
    Miss however a profile what the new function would demand and is realistically achievable (what very likely will be the top of the agenda stuff the next term).
    Less relevant (and a lot) than say President of the Council that she doesnot come from an EZ state.

    PR wise not a great move. Bulgarian and proper governance of the cash usually donot come together. Simply the Commision is too remore from most voyers to enable anybody to get that idea out of ordinary peoples heads. Same as Bulgarians telling (Olli-ing), Westeners how their country should be run.

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  2. BTW helping 122 million people with just 1,34 billion sounds very weird.

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