Freitag, 13. März 2015

EU-Finanzen: Griechische Komödie und Französische Tragödie. Von Prinz Michael von Liechtenstein.

Die griechische Schuldenkrise beschäftigt die Europäer nun schon seit einigen Jahren. Aber die wirtschaftlichen Probleme Griechenlands sind gewissermaßen losgelöst, so dass ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro – ein sogenannter „Grexit“ – oder ein Staatsbankrott Griechenlands das europäische Boot nicht mehr ins Schwanken bringen würde.

Das Verhalten der neugewählten griechischen Regierung, von Leuten, die nichts mehr zu verlieren haben, kann aus europäischer Sicht als eine Komödie angesehen werden.



Es ist ein schon ein Scherz, wenn Griechenland von Deutschland Reparationszahlungen verlangt, wo Deutschland den Griechen ja bereits Milliarden Euro leiht, die ganz offensichtlich nicht zurückgezahlt werden können. Die Haltung Deutschlands, einen Schuldenschnitt auf die von Griechenland geschuldeten Beträge zu verweigern, während Griechenland sich weigert die absolut notwendigen Reformen durchzuführen, ist unbestreitbar richtig.

Leider Gottes leidet die Bevölkerung Griechenlands und wird dies auch noch weiterhin müssen. Aber den Erpressungsversuchen der Regierung von Premierminister Tsipras nachzugeben, würde ihre Situation auch nicht verbessern. Wirkliche Reformen, weniger Staat, weniger Bürokratie und harte Arbeit – das ist die Lösung.

Frankreich wurden zwei weitere Jahre zugestanden, um sein Defizit in der Europäischen Union zu reduzieren. Frankreichs Probleme können aufgrund der Größe der französischen Wirtschaft nicht isoliert oder losgelöst betrachtet werden. Die französische Regierung verfolgt aufgrund ideologischer Leitlinien und politischer Zweckdienlichkeit einen sehr lustlosen Ansatz gegenüber Reformen.

Die französische Situation beinhaltet alle Zutaten, die man für ein finanzielles und wirtschaftliches Desaster braucht, was katastrophale Rückwirkungen auf die gesamte Eurozone hat.

Das derzeitige Verhalten der griechischen Regierung kann man als schwarze Komödie ansehen, die französische Politik der unzureichenden Reformen führt allerdings zu einer Tragödie für Frankreich und ganz Europa.


Dieser Kommentar erschien beim Geopolitical Information Service. Prinz Michael ist dessen Gründer und Vorsitzender sowie Präsident des Think Tanks ECAEF, European Center of Austrian Economics Foundation, mit Sitz in Vaduz. 

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