Freitag, 31. Oktober 2014

2 Jahre und 200 Blogs: Was macht Open Europe Berlin?

„Mehr Europa? Welches Europa?“ fragte vor genau zwei Jahren Prof. Dr. Otmar Issing in seiner Rede zur Eröffnung von Open Europe Berlin. In zwei Jahren und 200 Blog-Beiträgen suchten wir die Antworten auf diese und viele andere spannende Fragen zur Lage und Zukunft der EU – in unseren Veröffentlichungen, auf unseren Veranstaltungen und auf diesem Blog. 


Open Europe Berlin – das sind auch nur zwei Köpfe. Wir hätten das alles nicht alleine geschafft. Unser herzliches „Dankeschön“ geht vor allem an unsere zahlreichen Blog-Gastautoren (aufgelistet hier sind nur die Gastautoren der letzten 100 Blog-Beiträge; eine Übersicht der ersten 100 finden Sie hier): 

Aleksandra Klofat | Alexander Fink | Alexandra Bordon | Ansgar Belke | Bodo von Haumeder | Christian Dominik Heinz | Clemens Schneider | Daniel Florian | Emma Tunney | Frank Umbach | Henryk Broder | Johannes Fischer | Lothar Funk | Prinz Michael von Liechtenstein | Morgan Breitkreutz | Otmar Issing | Oliver Treidler | Robert Nef | Roland Vaubel | Rupert Graf Strachwitz | Steve H. Hanke | Timotheus Stark | Ulrike Ackermann | Ulrike Guérot | Zsuzsa Breier


Europawahl: große Erwartungen und wenig Überraschungen

2014 sollte das Jahr der großen Entscheidungen und Veränderungen in der EU werden. Und tatsächlich: Zum ersten Mal in der Geschichte der Wahlen zum Europäischen Parlament gab es „Spitzenkandidaten“. Dazu haben wir auch einiges berichtet, „etwa:


Die Wahlbeteiligung war tatsächlich noch einmal etwas geringer als bei den letzten Wahlen (2009). Die kaum existierenden inhaltlichen „Unterschiede“ zwischen den Spitzenkandidaten und/oder die Besonderheiten supranationaler Demokratie, verkörpert durch das EP, dürften die Entscheidung der Wähler und Nicht-Wähler beeinflusst haben. 

Am Ende ging es bei der Wahl des EU-Kommissionspräsidenten wie üblich vor allem um Personen, nicht um Inhalte. Und "gerade weil die EU-Wahlen als „zweitrangig“ angesehen werden, mobilisieren sie am ehesten Protestwähler und Oppositionsparteien. Und das erst recht, wenn schon auf nationaler Ebene eine große Koalition regiert, die kaum Unterschiede erkennen lassen will". Die Folgen eines „deutschen“ Ergebnisses – einer Großen Koalition im Europäischen Parlament – analysiert Michael Wohlgemuth in seinem Blog-Beitrag hier


Noch vor den EU-Wahlen analysierte Open Europe Berlin die Wahlprogramme der deutschen Parteien, die Aussicht hatten, ins Europäische Parlament zu gelangen und lud Vertreter dieser Parteien zur Podiumsdiskussion in Berlin ein. Wofür stehen sie eigentlich? Eine Übersicht:

Nachdem die großen Personalentscheidungen nach der EU-Wahl gefallen waren – EU-Kommissar, EU-Ratspräsident, EU-Außenbeauftragte – brauchte der öffentliche Diskurs wieder ein bisschen mehr Inhalte. Welche großen Herausforderungen hat Donald Tusk, der EU-Ratspräsident, in den nächsten Jahren zu bewältigen? Hier haben wir die drei wichtigsten analysiert: Euro, Ukraine, Brexit

Was soll die neue EU-Kommission tun? Open Europe Berlin macht in 12 Politikbereichen 30 konkrete Reformvorschläge, die auch ohne Vertragsänderungen umsetzbar wären: Ausgaben überprüfen, Wachstum beschleunigen, Europa näher am Bürger gestalten, Regeln setzen und einhalten.    

Freihandel: CETA und TTIP

Ein anderes wichtiges und kontroverses Thema im vergangenen Jahr waren die Verhandlungen über die Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) und mit den USA (TTIP). 



Emma Tunney (B.A. Honors Political Science der Universität in Alberta, Kanada und Praktikantin bei Open Europe Berlin) analysierte die potenziellen Vorteile und Auswirkungen von CETA: 
Morgan Breitkreutz (Universität in Alberta, Kanada und Praktikant bei uns) erweiterte den Blickwinkel und suchte die Gründe der Unterschiede in den Einstellungen der Europäer gegenüber CETA und TTIP: 
Morgan verfolgte eng die Entwicklung der CETA-Verhandlungen und analysierte die (politischen) Faktoren, die das Blatt allmählich gedreht haben – „from signed in principle to complete rejection“: 
Weitere Beiträge zum Thema Freihandel, offene Märkte und Reformen:

Pariser Platz

Läuft da irgendwas schief bei den deutsch-französischen Beziehungen? Gibt es Unterschiede zwischen den Sozialisten in Frankreich und den Sozialdemokraten in Deutschland? Mit kritischem Blick und gelegentlichem Augenzwinkern berichtet Johanna Möhring aus Frankreich, wie es auf Deutschland und die Welt blickt – auf Deutsch und auf Französisch. Eine Auswahl:


 Schottland

„Die Schotten haben „No“ gesagt; sie wollen bei Großbritannien bleiben. Lässt sich hieraus etwas ableiten für das mögliche nächste Referendum, bei dem es um „In/Out“ geht, um den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU?“ Und was waren die Beweggründe für das schottische „No“? Michael Wohlgemuth analysiert sie in seinem Blog-Beitrag „Nach dem schottischen „No“ – wird „In“ oder „Out“ wahrscheinlicher?



Weitere Hintergrundinformationen und Analysen zum Schottischen Referendum:

Die Reihen
Europa-EU-Euro

Zum ersten Geburtstag von Open Europe Berlin starteten wir die Reihe „Europa-EU-Euro“, der Open Europe Berlin Fragebogen, mit den Antworten von Prof. Dr. Otmar Issing, ehemaliger Chefvolkswirt und ehemaliges Direktoriumsmitglied der EZB. Die Fortsetzung:
Reformen der EU

Im Januar 2014 fand in London die hochkarätige EU Reform-Konferenz statt, mitorganisiert von unserer Partnerorganisation Open Europe. Die Konferenz brachte führende europäische Politiker, Meinungsführer und Geschäftsleute zusammen, um eine zukunftsweisende, grenzüberschreitende, multilaterale Agenda für EU-Reformen aufzustellen. In einigen Blog-Beiträgen haben wir einen Teil der politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der EU und der möglichen Lösungsansätze zusammengefasst, die auf der Konferenz diskutiert wurden: Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV und Teil V.




Airbus und europäische Industriepolitik

Unser unangefochtener „Blog-Buster“- Gastautor ist Christian Dominik Heinz. Er arbeitet seit vierzehn Jahren nebenberuflich bei Airbus Defence and Space, ist Daytrader und Blogger mit der Spezialisierung auf die Luft- und Raumfahrtindustrie. Auf Open Europe Berlins Blog hat er im vergangenen Jahr einige Themen kommentiert:
Das liebe Geld (I): EZB, Eurokrise, Bankenunion



Mario Draghis „whatever it takes“ schien für viele Beobachter und Teilnehmer an den Finanzmärkten die Krise vorerst gelöst zu haben. Nun scheint es, dass den Worten doch noch Taten folgen müssen. Die EZB scheint bereit, nun auch Pfandbriefe, Kreditverbriefungen (ASM), Unternehmensanleihen und am Ende wohl auch Staatsschulden zu kaufen. Wird die EZB nun zur „Bad Bank“? Darf sie das? Wer trägt die Verantwortung und die Haftung? Hierzu haben wir diese Woche den ehemaligen Chefvolkswirt der EZB Otmar Issing gefragt. Der ist ebenso skeptisch wie wir:
Sonstiges, auch Wichtiges

Als Erinnerung an die Themen, die uns im Alltag und bei der Forschungsarbeit beschäftigt haben (eine Auswahl):


Das liebe Geld (II)

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Auch Open Europe Berlin kann nicht ohne stabiles Geld nachhaltig bestehen oder gar wachsen. Wir wollen eine schlanke, kosteneffiziente Denkwerkstatt bleiben, die ausschließlich von privaten Spenden lebt – und nicht von EU-Geldern, Parteien oder Lobbygruppen wie andere think-tanks in Berlin.



Wir brauchen Ihre Unterstützung, um weiter konstruktive Beiträge für eine transparentere, demokratischere, offene und wettbewerbsfähige EU zu leisten. Ihre Spenden fließen direkt in unsere Aktivitäten im Bereich der Forschung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Open Europe Berlin ist eine als gemeinnützig anerkannte gGmbH. Sie erhalten von uns eine Spendenbescheinigung und können Ihre Spenden von den Steuern absetzen. Auch kleine Spenden helfen! Größere Spenden würden uns erlauben,
  • auch nach Einführung des Mindestlohns junge, engagierte Praktikanten zu beschäftigen;
  • eine dritte Vollzeitkraft anzustellen und dann vielleicht auch unser 19qm Büro ein wenig zu erweitern;
  • eine EU-Reformkonferenz in Berlin zu veranstalten, die der unserer Partner in London dieses Jahr an Qualität und Einfluss nahe kommt; 
  • kompetente ökonomische und juristische Aufklärung über „Mythen und Fakten“ des anstehen Freihandelsabkommens mit den USA zu leisten;
  • unser Projekt „28 Erfolgsgeschichten“ (politische Reformen aus allen EU-Mitgliedsländern, die für andere als Beispiel dienen könnten) als Buch und als „road-show“ an die Öffentlichkeit zu tragen;
und sehr viel mehr ... Ihre eigenen Anregungen sind stets willkommen!

Spenden Sie bitte hier und kontaktieren Sie uns gerne auch via  info@openeuropeberlin.de oder +
49 (0)30 2758 1365

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